6 Schritte zum richtigen Umgang mit Schokolade bei Kindern

Weihnachten steht vor der Tür – Schokolade und Süßigkeiten ganz klar inklusive. Da ist der Nikolaus, die Weihnachtskekse, dann kommt Ostern, oder der Geburtstag, oder einfach ein Besuch bei Oma und Opa. Klar ist, dass Schokolade und Süßigkeiten schwer auszuweichen ist. Es gibt Termine im Jahr, bei denen Schokolade nicht wegzudenken ist! Wie also gehen wir als Eltern richtig mit Schokolade und Süßigkeiten um?

Oder was tun wir, wenn das Kind sich schreiend beim Einkaufen auf den Boden wirft, weil wir es gewagt haben, Nein zum Kauf eines Lutschers zu sagen? Was tun wir, wenn unser Kind uns durch Süßes fest im Griff hat?

In diesem Artikel erzählen wir dir in 6 wichtigen Schritten, wie du einen gesünderen Umgang mit Schokolade lernen kannst. Das passiert nicht über Nacht, aber wenn du dich an die folgenden Vorschläge hältst, bist du in kürzester Zeit auf dem richtigen Weg.

1. Verbot ist keine Lösung

Eins steht fest: so sehr wir als Eltern Süßes oder Schokolade auch verbieten wollen, funktionieren wird es auf Dauer nicht. Die Kinder kommen dann an anderen Orten dazu: vielleicht in der Schule, bei Freundinnen und Freunden, bei Verwandten… Das Verbot ist daher keine Lösung. Was also dann?

2. Moderation ist der Schlüssel

Versuch zu begrenzen statt zu verbieten. Es gibt für jede Familiendynamik eine Menge an Schokolade, die angemessen ist und die man mit etwas Übung auch einhalten kann, ohne oft Ausnahmen zu machen. Es könnte eine Süßigkeit pro Tag sein, jeden zweiten Tag, einmal morgens, einmal abends – du musst entscheiden, was für euch funktionieren kann. Wir persönlich empfehlen aber, Süßes nicht direkt vor dem Schlafengehen zu essen: der Zucker kann die Kinder länger wachhalten und Routine und Ruhe sind den Bach hinunter! Erwähnenswert ist außerdem, dass dieses Rationieren besser funktioniert, je kleiner das Kind noch ist.

3. Gesunden Gewohnheiten folgen

Der richtige Umgang mit Schokolade und Süßigkeiten beinhaltet nicht nur, mit dem Süßen selbst umzugehen – vielmehr ist es eine ganzheitliche Denkweise, die gesunde Gewohnheiten erfordert und fördert. Die Weihnachtszeit ist ein ideales Beispiel.

Es gibt viele Kekse, man bekommt Schokolade aus dem Adventskalender, hier und dort nascht man etwas. Aber deshalb muss die Weihnachtszeit nicht ganz allgemein “ungesund” werden.Deine gesunden Gewohnheiten sollten nie zu kurz kommen. Nur weil es am Vormittag Schokolade gab, müssen wir deshalb nicht denken: “Ach, egal, dann machen wir Schnitzel und Pommes zu Mittag und Pizza am Abend”. Die Nährstoffe, die wir oder unser Kind tagsüber brauchen, sollten ja dennoch ausgewogen auf den Teller kommen. Obst können wir zum Beispiel direkt mit der Schokolade gemeinsam naschen und Gemüse kann Teil des leckeren Mittagessens sein. Das kann auch gleich Anlass zum gemeinsamen Kochen oder Backen sein: Richtet gemeinsam einen Obstteller oder leckere Gemüsespieße und Salate! Die gemeinsame Zeit ist ebenso eine gesunde Gewohnheit. 😉

Gerade dann also, wenn es Süßigkeiten gibt, ist es wichtig, alles andere Gesunde nicht fallen zu lassen. Auch die Kinder könnten so eine Einstellung von uns mitnehmen, dass es nach der Schokolade ohnehin schon egal ist, was wir noch essen. Auch Getränke fallen unter diese wichtigen Gewohnheiten. Saft mag gut schmecken, aber der bringt nur noch mehr Zucker ins Spiel, der eigentlich nicht sein müsste, und nur weil es schon Schokolade gab, ist es jetzt nicht “egal”. Viel Wasser zu trinken ist in jeder Lebenslage sehr gesund, egal ob Kind oder erwachsen. Wenn man durstig ist, ist man eigentlich schon leicht dehydriert. Daher – viel und immer wieder Wasser trinken!

4. Süßes nicht als Belohnung verwenden

Nun zum allerwichtigsten Punkt: Die Schokolade und die Süßigkeiten dürfen keinen emotionalen Wert in den Augen der Kinder einnehmen.

Praktisch heißt das, dass Süßes niemals als Belohnung dienen darf. Es wäre eine falsche Botschaft, die die Kinder damit über das Essen lernen. Eine emotionale Beziehung zu Essen, das gegessen werden „muss“, und Schoko, die dann gegessen werden „darf“, kann Auswirkungen auf Essgewohnheiten bis ins Jugend- und Erwachsenenalter haben. Probleme wie übermäßiges Essen oder auch Angst vor dem „falschen“ Essen werden das Kind ein Leben lang begleiten. Ganz zu schweigen davon, dass das gesunde Essen auf dem Teller als Hindernis für das Erreichen des gewünschten Ziels angesehen wird. Damit fördern wir also nicht nur ungesunde Ernährung, sondern auch die Abneigung zu gesunden Speisen.

5. Essen und Disziplin nicht verbinden

Nicht nur sollen Süßigkeiten nicht als Belohnung oder ihr Vorenthalten als Bestrafung eingesetzt werden. Damit der gesunde Umgang mit Schokolade funktioniert, muss der Umgang mit Essen im Gesamten stimmen.

Das klingt erst einmal wie eine Wucht. Im Kern kommt es aber lediglich darauf an, Essen und Disziplin oder Erziehung für das Kind nicht miteinander in Verbindung zu bringen.

Es werfe den ersten Stein, wer noch nicht mit Situationen wie diesen konfrontiert war:

  • Das Kind will nicht aufessen.
  • Das Kind will sein Gemüse nicht essen.
  • Schreien und Weinen im Supermarkt, weil man zur Süßigkeit Nein gesagt hat.
  • Das Kind will noch weiter spielen, und nicht endlich losfahren.

 

Welche Situation es auch sein mag, eine Lösung für alle davon scheint oft diese zu sein: „Wenn du das jetzt machst/isst oder damit aufhörst, dann bekommst du nachher was Süßes.“

Und wie durch Zauberei scheint Stille zu herrschen und alles läuft wie am Schnürchen. Was dabei anfangs oft unbemerkt bleibt, ist der verheerende Einfluss auf dasVerhalten des Kindes in der Zukunft.

Eltern zu sein ist nicht einfach, und das wissen wir und das ist in Ordnung. Es gibt Tage, da brauchen wir kleine „Wundermittel“, wenn wir aus dem Stress nicht mehr heraussehen. Wir werden diese Wundermittel verwenden, um als Eltern zu überleben. Das ist aber nicht das Problem. Das Problem beginnt dann, wenn diese Wundermittel zur Norm werden.

Der Trick mag kurzfristig funktioniert haben, aber auf lange Sicht beeinträchtigen wir nicht nur die unmittelbare Gesundheit der Kinder, sondern auch ihre Beziehung zu Lebensmitteln während ihres gesamten Lebens, wenn wir Lebensmittel verwenden, um unsere Kinder zu disziplinieren, zu unterhalten, zu belohnen oder gar zu bestechen. Kinder können eine negative Assoziation zwischen Essen und einer bestimmten Erfahrung entwickeln, und wenn das geschieht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie das mit der Erfahrung verbundene Essen ablehnen oder sich sogar abhängig machen.

Man darf auch nicht vergessen, dass sie bestimmte Verhaltensweisen mit Belohnung verbinden. Zum Beispiel, als sie sich gut benahmen und dafür einen Lutscher bekamen, so als ob „Benehmen“ nicht das normale, erwartete Verhalten wäre. Hast du dich schon einmal gefragt, wie diese Art von Erwartung sich im Jugend- oder Erwachsenenalter auswirkt?

6. Süßigkeiten helfen nicht beim Verarbeiten von Gefühlen

Schlussendlich ist es doch so: Wenn wir unsere Kinder mit Süßigkeiten und Schokolade beruhigen wollen, verarbeiten sie ihre Emotionen nicht. Sie lassen sie unter der Schokolade und der damit einhergehenden Beruhigung verschwinden.

Durch diese Ablenkung von der Tatsache verhindern wir als Eltern, dass die Kinder mit ihren Gefühlen tatsächlich umgehen und sie verarbeiten, was auf lange Sicht noch viel katastrophaler sein kann. Die Kinder werden lernen, Nahrung als Abwehrmechanismus zu verwenden, anstatt sich auf gesunde Weise den Problemen zu stellen. Diese einmal geschaffenen Assoziationen sind langlebig und können extrem schwer zu brechen sein.

Diese Tipps können dir in brenzligen Situationen helfen:

  • Zuallererst, versuch mit deinem Kind auf Augenhöhe und ernsthaft zu sprechen.
  • Wenn das nicht geht, lass es weinen, treten, die Emotionen ausleben.
  • Wenn ihr gerade zuhause seid, geht kurz nach draußen, vertretet euch die Beine.
  • An einem öffentlichen Ort ist es klug, sich an einer ruhigen Stelle zurückzuziehen und wie erwähnt zu versuchen, mit dem Kind in Vernunft zu sprechen. Die Blicke anderer muss man dabei getrost zu ignorieren lernen – du tust das Beste für dein Kind!

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