Mein Kind will nicht essen! Tipps und Tricks für die Essgewohnheiten von Kleinkindern

Jeder, der Kinder im Kleinkindalter hat, weiß, dass diese Phase sowohl für das Kind als auch die Eltern ziemlich schwierig und herausfordernd sein kann. Lily ist zwar schon etwas älter (mittlerweile 8 Jahre alt), dennoch haben wir in der Vergangenheit viel gelernt, was in diesem Blogpost Thema ist. Der Umgang mit Kindern im Alter von 1-3 ist oft eine Mischung aus Frustration, Stress und Challenge – da gibt es mal bessere und mal schlechtere Tage. Um all das zu überstehen ohne verrückt zu werden, ist es ganz essenziell, Verständnis für die Kinder in dieser Entwicklungsphase aufzubringen. Nur wenn wir verstehen, was gerade passiert, können wir dementsprechend handeln.

Ein Bereich, der in dieser Phase einen großen Einfluss haben kann, ist das Essen. Da sich das körperliche Wachstum im Vergleich zum ersten Jahr verlangsamt, ändert sich auch der Appetit. Es gibt Tage, an denen die Kinder dann wie „große Leute“ essen, und es gibt Tage, an denen sie gar nichts essen wollen. Sie ändern ihren Willen von einer Stunde zur nächsten. Was früher das Lieblingsessen war, gefällt ihnen jetzt nicht mehr. Früher begeisterte Experimentatoren, wollen sie jetzt immer das Gleiche essen (so wie sie immer das Gleiche im Fernsehen sehen wollen!).

Und dann machen wir uns Sorgen. Wenn man dann noch anfängt, über die Schwierigkeiten beim Essen des Kindes zu recherchieren und herumzulesen, wird man viel finden. Du beginnst, dein Kind anders zu sehen: krank, schwierig, vielleicht sogar verwöhnt… Wir sind hier, um dir zu sagen: Nein, dein Kind ist nicht krank oder verwöhnt. Es probiert lediglich seine neuen Fähigkeiten aus und entwickelt sich weiter. Alles, was in dieser Phase gerade passiert, geschieht aus einem bestimmten Grund! Bevor wir also unsere Kinder als solche oder solche abstempeln, sollten wir verstehen lernen, was hier vor sich geht.

Was geschieht mit den Kindern zwischen 1 und 3 Jahren?

Kinder in diesem Alter tun und wollen 3 Dinge:

  • Kontrolle ausüben
  • Grenzen testen
  • Sich sicher fühlen

 

Für das Kind ist dies eine Phase der Entwicklung der Unabhängigkeit und des Umgangs mit den damit verbundenen emotionalen Problemen. Es ist Zeit, die Grenzen (ihre eigenen und unsere als Eltern!) zu testen und die Selbstkontrolle zu verstehen. Es ist eine Zeit extremer Anstrengung, in der sie lernen, sich als von ihren Eltern getrennte Individuen zu verstehen (Autonomie) und auch zu reagieren und das Feedback zu verarbeiten, das sie von ihrer Umgebung erhalten, wie zum Beispiel Schuld und Zweifel. All diese Komplexität von Emotionen, Gefühlen, Verhaltensweisen und Lernen kann beeinflussen, wie die Kinder in dieser Zeit essen. Die häufigsten Veränderungen, die in diesem Stadium in Bezug auf Lebensmittel auftreten können, sind:

  • Sie verweigern Lebensmittel, die sie früher bevorzugt haben 
  • Angst oder Weigerung, neue Lebensmittel zu probieren 
  • Sie essen nur mehr das selbe
  • Sie wollen das Essen auslassen, bzw. sie haben gar keinen Appetit mehr

Die Ursachen für dieses Verhalten sind, wenn wir darüber nachdenken, ziemlich offensichtlich, nachdem wir den Entwicklungsstand verstanden haben, in dem sie sich befinden. Wie gehen wir Eltern aber damit nun um?

8 wertvolle Tipps, die Eltern mit den Kindern in dieser Zeit helfen 

1. Konzentrier dich nicht auf eine einzige Mahlzeit oder einen einzigen Tag. Achte eher darauf, wie das Essen die ganze Woche über gelaufen ist.

2. Kontrolliere deine Reaktionen. Es ist wirklich alles andere als einfach, aber neutral zu bleiben ist besser, als Frustration, Stress oder deine (manchmal übertriebene) Zufriedenheit mit der Situation auszudrücken.

3. Mach dir keine Sorgen über ausgelassene Mahlzeiten. Konzentrier dich auf das nächste! Es kann eine komplette Mahlzeit oder nur ein Snack sein, aber das Kind wird früher oder später, wenn es hungrig ist, essen.

4. Mein Kind isst mir nur mehr das Selbe, also gebe ich ihm nur mehr das! Fall nicht in diese Falle. Du förderst damit die Gewohnheit, anstatt sie zu brechen. Verwende die Vorliebe als Unterstützung und gib dem Kind die bekannte Speise (=Sicherheit), aber gemischt mit etwas Neuem (=Herausforderung). So tut es sich am leichtesten.

5. Routine und Tagesordnung beibehalten. Ebenso wie das Einrichten einer Routine für die Schlafzeit beim Schlafengehen hilft, hilft die richtige Zeit und Routine für das Essen dem Kind, sich sicher und kontrolliert zu fühlen und, wer weiß, einige der genannten Verhaltensweisen zu vermeiden.

6. Störe den Prozess nicht. Der Versuch, mit einem Löffel zu helfen oder das Gesicht abzuwischen, ist nur eine Ablenkung. Dies ist eine großartige Zeit für die Kinder, ihre Unabhängigkeit zu entwickeln – auch wenn’s dreckig wird! 🙂 Wir wissen zwar nicht, wie es bei euch ist, aber bei uns hieß es immer: „Mama, ich will allein, ich will selber!“

7. Aufgabenteilung einführen. Dies ist eine gute Zeit, um die Regel der Abteilung für Lebensmittelverantwortung anzuwenden: Eltern entscheiden, was es gibt, wann und wo gegessen wird, und Kinder entscheiden, was davon und wie viel sie davon essen möchten. Diese klaren Regeln machen mit der Zeit alles leichter.

8. Biete Auswahlmöglichkeiten an, aber nicht zu viele. Versuch außerdem, die Optionen innerhalb derselben Lebensmittelgruppe zu halten: Banane oder Birne, Pasta oder Reis. Wählen zu dürfen ist eine Form der Kontrolle, die die Kinder in diesem Alter unbedingt ausüben wollen.

Ideen und Tipps dieses Artikel basieren auf den Gedanken von Jill Castle MS. RDN., Ernährungsexpertin und Kinderärztin, die sich intensiv mit der Entwicklung und den Gewohnheiten von Kleinkindern, insbesondere bezogen auf die Ernährung, befasst.

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